Erfolg im Prüfungsrecht

Prüfungsrecht

Erfolg im Prüfungsrecht

In einem gegen eine Hochschule geführten prüfungsrechtlichen Widerspruchs- und Klageverfahren konnte für die Mandantschaft ein weiterer Prüfungsversuch erwirkt werden. Die Mandantschaft hatte eine schriftliche Prüfung im dritten Prüfungsversuch nicht bestanden. Die Prüfungsordnung sah eine zusätzliche Prüfungschance in Form einer mündlichen Ergänzungsprüfung vor. Allerdings musste diese nach der Prüfungsordnung innerhalb einer Ausschlussfrist von acht Wochen nach Bekanntgabe des Prüfungsergebnisses des Drittversuches absolviert werden. Die Mandantschaft erkrankte jedoch vor Fristende und trat von der Prüfung zurück. Die Frist wurde nicht eingehalten. Daher stellte die Hochschule das endgültige Nichtbestehen und den Verlust des Prüfungsanspruchs per Bescheid fest. Eine Rücktrittsregelung enthielt die Prüfungsordnung für die Ergänzungsprüfung nicht. 

Im Widerspruchsverfahren wurde durch die Kanzlei für Beruf & Bildung unter anderem vorgetragen, dass erhebliche verfassungsrechtliche Zweifel daran bestehen, dass die Regelung einer strikten Ausschlussfrist ohne Ausnahmeregelung für Fälle der unverschuldeten Nichteinhaltung wegen Erkrankung rechtmäßig war. Während die Hochschule im Widerspruchsverfahren noch gegenläufiger Ansicht war, ließ sie sich nach Klageerhebung vor dem Verwaltungsgericht überzeugen und war bereit, die Sache zugunsten der Mandantschaft vergleichsweise zu erledigen.